Der DOSB, Bayern und die Olympiabewerbung: ein unlauterer Wettbewerb

Es riecht natürlich nach Korruption, wenn einer der vier olympischen Bittsteller (Bayern/München) mitten in einem (regellosen) nationalen Wettbewerb heimlich dafür kämpft, dass dem ausschreibenden Monopolisten (DOSB) durch eine einschneidende Gesetzesänderung ein gewaltiger Vorteil verschafft wird.

Der DOSB, Bayern und die Olympiabewerbung: ein unlauterer Wettbewerb
Mai 2025: Übergabe der rudimentären Bewerbungsunterlagen Münchens. (Foto: Tobias Hase / LHM RBS)

Lassen Sie uns bitte Klartext reden, wir sind doch erwachsene Menschen. Was wir im real existierenden Sportdeutschland, in dieser Parallelgesellschaft, gerade erleben, erfüllt zahlreiche Wesensmerkmale der Korruption, deren Erscheinungsformen vielfältig sind, wie ich seit Jahrzehnten beschreibe. Korruption ist nicht nur der Missbrauch von anvertrauter Macht, eines öffentlichen Amtes, eines politischen Mandats, einer Entscheidungsbefugnis, um sich selbst einen ungerechtfertigten Vorteil zu verschaffen, sondern auch Dritten, einem Unternehmen – oder, beispielsweise, einer Olympiabewerbung.

Was wir hier gerade erleben, sollten Juristen mal mit Themen abgleichen wie: Wettbewerbsrecht, UWG, Kartellrecht, Submissionsbetrug, strategische Korruption, Ausschreibungsbetrug u.v.a.m. Aber man muss kein Jurist sein, um fündig zu werden. Lassen Sie es mich ausnahmsweise etwas theoretischer formulieren:

Das Ziel ist die doppelte Fehlallokation gewaltiger öffentlicher Ressourcen.

Es ist ein Tauschhandel.

  1. Milliarden für die Spitzensportagentur unter dem Dach des DOSB, also das Gegenteil der bisherigen demokratische Willensbildung.
  2. Milliarden aus Bundesmitteln für das Olympiaprojekt in Bayern/München.

Der Monopolist DOSB paktiert mit einem der olympischen Bittsteller, um sich mitten im laufenden Olympiabewerbungsverfahren einen gigantischen Vorteil (Macht und Geld) zu verschaffen.

Schon der Versuch sollte strafbar sein.

Sie nennen es verharmlosend "juristische Prüfung", obwohl Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bisher erfolgreich die Verabschiedung des Sportfördergesetzes verhindert hat, also längst aktiv geworden ist.

In diesem Newsletter wurde Ihnen in der vergangenen Woche enthüllt, dass der DOSB gemeinsam mit Bayern und der Söder-CSU versucht, die Hoheit über die geplante Spitzensportagentur zu erlangen – und das in der laufenden Olympiabewerbung, wo Bayern mit München und Satelliten gegen NRW, Hamburg und Berlin/Leipzig antritt.

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Das ist, machen wir uns nichts vor, natürlich auch der Versuch einer unlauteren Beeinflussung dieses innerdeutschen Olympiawettbewerbs, der ohnehin – wie ich Ihnen seit Jahren korrekt nachweise – von haarsträubender Intransparenz und finanziellen Märchen geprägt ist.

Es ist nachweislich die teuerste deutsche Olympiabewerbung aller Zeiten.

Schon jetzt.

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Im DOSB und in Bayern könnten sie lustiger Weise argumentieren:

Wo keine Regeln, da auch keine Regelverletzung, wir können machen, was wir wollen.

Tatsächlich gibt es für diesen Wettkampf, der auf dubiosen Behauptungen beruht, bei dem der Zeitplan und die Inhalte im laufenden Verfahren mehrfach verändert wurden, kein Regelwerk. Es gibt keinen Code of Conduct.

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