Doppelsieg für Micky?
Über die beiden verbliebenen Olympiabewerbungen (München, NRW), Inklusion, die DOSB-Präsidentschaftskandidaten Micky Mronz und Martin Engelhardt, das absurde Prozedere, eine merkwürdige Medienallianz und die Frage, wie die Entscheidung am Samstag in Baden-Baden mit der Präsidentschaft verknüpft ist.
Beginnen wir mit einer notwendigen Präzision: Es ist keinesfalls eine Entscheidung der (gesamten) DOSB-Mitgliederversammlung, die am Wochenende im Kurhaus zu Baden-Baden getroffen wird. Denn die Mehrheit der 103 Mitgliedsorganisationen (16 Landessportbünde, 70 Spitzensportverbände und 17 Verbände mit besonderen Aufgaben) ist von der Abstimmung ausgeschlossen – auf Grundlage merkwürdiger Interpretationen der DOSB-Satzung.
Das ist sogar so absurd, dass derjenige Jung-Advokat, dem der DOSB offenbar exklusiv diese Interpretation seiner Satzung überließ, ein gewisser Oliver Neuner von der Kanzlei Freshfields, jüngst in einem sogenannten Hintergrundgespräch mit ausgewählten Journalisten darüber orakelte, ob nicht alle bisherigen Beschlüsse auf der Grundlage dieser Satzung irgendwie fragwürdig seien.
Das wäre natürlich nur dann eine Überlegung wert oder mehrere, wenn das, was sich dieser Frechfields-Anfänger da ausgedacht hat, tatsächlich belastbar wäre. Ist es eher nicht und wurde in den vergangenen Jahrzehnten im DOSB konsequent anders gehandhabt. Auf entsprechende Nachfragen von Journalisten, wo dieses und jenes denn exakt stehe, was der Frechfield behauptete, soll dieser sogar entgegnet haben, man könne jetzt gern betreutes Lesen der DOSB-Satzung machen.
Inhaltlich musste der Typ eher passen.
Wörtlich zitieren darf man allerdings nicht aus den beiden Runden in der DOSB-Zentrale, wurde mir von Augen- und Ohrenzeugen berichtet. So läuft das in diesen Runden, die regelmäßig einberufen werden, um die DOSB-Propaganda zu streuen.