Hamburg, der DOSB und die Olympiabewerbung: kollektive kognitive Dissonanz
Erneut ist Hamburgs Olympia-Offerte bei einem Referendum krachend gescheitert. Am Sonntag gab es weniger Ja-Stimmen und mehr Nein-Stimmen als 2015, obwohl angeblich alles besser, preiswerter, transparenter geplant und die IOC-Regularien durchlässiger sein sollen. Ein Realitäts-Check.
Da waren es nur noch drei. München, NRW und Berlin mit seinen Satelliten. Schauen wir uns die offiziellen Ergebnisse des Hamburger Olympia-Referendums 2026 an, auch im Vergleich zum Referendum am 29. November 2015, als es um die Olympischen Sommerspiele 2024 ging:
Es lässt sich alles perfekt vergleichen:
- Die Zahl der Wahlberechtigten war nahezu identisch,
- die Zahl der abgegebenen Stimmen ebenso,
- Wahlbeteiligung und Briefwahl differierten nur minimal,
- die Zahl der gültigen Stimmen unterschied sich nur um 31 Voten: 2015 waren es 651.699 gültige Stimmen, am Sonntag 651.730.
Das ist der entscheidende Unterschied:
- 2026 haben sich 21.362 Abstimmende (293.819) weniger für das Olympiaprojekt ausgesprochen als 2015.
- 2026 haben sich 21.393 Abstimmende mehr (357.911) gegen das Olympiaprojekt ausgesprochen als 2015.
- Die Niederlage war noch deutlicher als 2015: Diesmal 54,9 Prozent Gegenstimmen, damals 51,6 Prozent.
2015 gab es in zwei der sieben Bezirke – Wandsbek und Bergedorf – eine Mehrheit für die Bewerbung. Diesmal haben die Olympiabefürworter in allen sieben Bezirken verloren.
Es war eine Niederlage auf ganzer Front.