Spitzensportagentur beim DOSB: Wer dealt mit wem? Ende oder Anfang von Münchens Olympiaträumen?

Wer noch klar denken kann im deutschen Sportbusiness, der weiß, dass die Angliederung der Sportagentur beim DOSB der Bankrott angeblicher Reformen wäre. Es ist das Top-Thema derzeit. Die Geschichte hat das Zeug, Münchens Olympiabewerbung nachhaltig zu beschädigen. Hat Markus Söder sich übernommen?

Spitzensportagentur beim DOSB: Wer dealt mit wem? Ende oder Anfang von Münchens Olympiaträumen?

Es handelt sich also nicht nur um die teuerste deutsche Olympiabewerbung aller Zeiten und um die, bei der am meisten gelogen wird über die Kosten, es ist auch die bislang schmutzigste im innerdeutschen Wettbewerb. Intrigen über Intrigen, da dürfen CSU-Typen natürlich nicht fehlen. Und wir wissen bislang nur sehr wenig. Freuen Sie sich auf viele feine Recherchen.

Die News heute:

Aus München kommt der Vorstoß, die angeblich unabhängige Spitzensportagentur, Kernstück des Sportfördergesetzes, unter dem Dach des DOSB anzusiedeln. Aus Bayern.

Ich hatte Ihnen am Mittwoch exklusiv über diese Planspiele berichtet. Heute erhalten zahlende Abonnenten dieses Newsletters weitere – noch exklusivere 😄 – Hintergründe, die wie immer auf Dokumenten beruhen. Hier gibt es ausschließlich Recherchen, die im sportpolitischen Business, international und national, für Aufsehen sorgen.

Dieser Plot, wenn man so will die Geschichte einer formidablen sportpolitischen Verschwörung, könnte das Zeug haben, Münchens Olympiabewerbung nachhaltig zu beschädigen und München im intransparenten und weitgehend regellosen DOSB-Wettbewerb als größten Verlierer dastehen zu lassen.

NRW, Hamburg und Berlin, so schlecht sie inhaltlich sein mögen, können sich jedenfalls freuen. Es mag sein, dass Markus Söder, Alexander Dobrindt, Jörg Ammon, Joachim Herrmann und alle anderen Bayern (schöne Grüße an Stephan Mayer) und deren Verbündete, die sich daran in irgendeiner Weise beteiligten, kollektiv ein gewaltiges Eigentor geschossen haben. Mal schauen. Die Folgen sind unabsehbar, würde ich sagen.

Beginnen wir mit einer Email, die vorgestern an einen kleinen Kreis von Top-Funktionären verschickt wurde, müsste in etwa parallel zu meinem Newsletter gewesen sein, in dem ich Ihnen von dieser unfassbaren Volte berichtet hatte.

"Ich stelle für mich fest, dass diese neue Option sich weder in der genannten DOSB-Stellungnahme zum Referentenentwurf wiederfindet noch mit den eingesetzten Arbeitsgruppen abgestimmt wurde. Darüber hinaus ist festzustellen, dass unmandatiert einzelne Landessportbund-Vertreter mit Spitzenverbänden ebenfalls über andere Organisationsmodelle verhandeln.

Eine Steuerungsgruppe verliert ihre Daseinsberechtigung, wenn Prozesse bewusst an ihr vorbei gelenkt und organisiert werden.

Für eine weitere Mitarbeit in der AG 4 stehe ich ab sofort nicht mehr zur Verfügung."


Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender LandesSportBund Niedersachsen e. V.
Email von Reinhard Rawe

Dieses Bewusst-vorbei-lenken-und-Organisieren hat im DOSB-Reich Methode. Es ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Ich komme gleich ausführlich zu Reinhard Rawe und den Seinen.

Und ich werde Ihnen die Antwort von Olaf Tabor zur Kenntnis geben, denn der Vorstand Leistungssport des DOSB sah sich gestern Nachmittag gezwungen, auf Rawe und andere Fragesteller zu antworten.

Ein kleiner Kreis deutscher Sportfunktionäre weiß erst seit vergangenem Samstag im Groben, was da beim DOSB, in Bayern und in Teilen der Bundesregierung ausgeheckt und vorbereitet wird: Die ominöse Spitzensportagentur, über die seit Jahren fabuliert wird, unter dem Dach des DOSB an der Otto-Fleck-Schneise anzusiedeln.

Die interessierte Öffentlichkeit erfuhr es in diesem Newsletter zuerst, das ist gute Tradition und das wird auch so bleiben:

Neues aus dem Paralleluniversum: “unabhängige” Sportagentur unter dem Dach des DOSB
Die überforderte Sportabteilung des Bundeskanzleramts prüft allen Ernstes, die irgendwann zu gründende Spitzensportagentur unter dem Dach des DOSB zu verankern. Eine Option, die alles bislang Debattierte ad absurdum führt. Da haben viele Funktionäre und Politiker schlichtweg lange Zeit gelogen.

Längst sind nicht alle Fragen beantwortet, aber wir nähern uns dem Kern der Sache:

Die Olympiabewerbung/en, vor allem die aus München; irgendwelche Träumer, die DOSB-Präsident werden wollen; der Koalitionsfrieden in Berlin; die Spalter von der CSU; die üblichen Verdächtigen in olympischen Fachverbänden – all diese Transparenzallergiker sind am Kampf um die Kontrolle der vielen Fördermilliarden in den kommenden Jahren beteiligt.

Denn darum geht es:

  1. Möglichst unkontrolliert mit noch mehr Geld daherzuwurschteln unter DOSB-Hoheit, seit vielen Jahren nachweisbar schädlich für die Sportentwicklung.
  2. Und wer dabei behilflich ist, wird vielleicht mit dem innerdeutschen Zuschlag als offizieller Olympiabewerber belohnt, wer weiß.

Spannend, nicht wahr?

Womöglich spaltet dieser Intrigantenstadl sogar den Bereich der Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein im Bundeskanzleramt. Einige Fragen kann ich Ihnen jedenfalls schon beantworten, einige Handlungsstränge lassen sich skizzieren. Wer sich mit Wissen und Dokumenten an der Recherche beteiligen will, findet meine Kontaktdaten inklusive halbwegs sicherer Email-Postfächer. Davon wurde rege Gebrauch gemacht in den vergangenen Tagen. Weiter so!

💡
Sie haben vertrauliche Informationen? Sie möchten auf Missstände aufmerksam machen und einen Dienst an der Öffentlichkeit leisten? Sie möchten zur Verbesserung dieses Newsletters beitragen?

Alle Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Sie können mir verschlüsselte E-Mails über Proton senden. Lassen Sie uns dann besprechen, wie wir vorgehen können.

Eins ist klar, das sagte jeder meiner vielen Gesprächspartner:

Die angeblich unabhängige Spitzensportagentur, Kernstück des sogenannten Sportfördergesetzes, unter dem Dach des DOSB angesiedelt, wäre der Tod aller ernsthaften Arbeit der vergangenen Jahre.

Aber okay, seit wann geht es denjenigen, die sich auch hier wieder negativ hervor tun, um irgendwelche Sachfragen?

Arbeitskraft und gewaltige Mittel, die in diesem Projekt verbraten wurden, wären für die Katz. Der DOSB beweist seit zwei Jahrzehnten, dass er es nicht kann. Der Bundesrechnungshof fordert seit mehr als einem Jahrzehnt, das Beratungsmonopol des DOSB aufzubrechen, Transparenz einkehren zu lassen und den DOSB auf die Plätze eines interessierten Beobachters zu verweisen. Die nun entgegen aller vorherigen Aussagen durchgespielte Struktur (eine DOSB-Tochterorganisation in einer herausragenden Rolle als Mittelverwalter der Spitzenverbände, also der eigenen Mitglieder) ist nach bisheriger Gesetzgebung nicht nur als förderrechtlich illegal einzuschätzen, es hat das Potenzial, den seit Jahren schwerst angeschlagenen Dampfer DOSB endgültig zu versenken. Die Fliehkräfte, die eine solche Konstruktion auslösen würde, wären kaum zu bändigen.

Also, ist der Wahnsinn noch zu stoppen? Die Hintergründe – exklusiv für Abonnenten! Eine Fortsetzungsgeschichte. Buchen Sie jetzt, wenn Sie es besser wissen wollen. Für Ministerien und Staatskanzleien, die sich jetzt einloggen wollen, gelten selbstverständlich Business-Abos.

Read more